Mit einem klaren 31:22 (13:11)-Sieg über die FSG Mainz 05/Budenheim haben die Beyeröhder Handballgirls die Zweitliga-Saison in der heimischen Halle Buschenburg genauso furios abgeschlossen, wie sie dort gestartet waren. War es im September gegen Nürtingen (27:20) die erste Hälfte gewesen, die die Zuschauer begeistert hatte, zog der TVB am Samstag vor allem in den letzten 30 Minuten die 280 Fans in seinen Bann.

Durch den Sieg beendeten die Langerfelderinnen die Spielzeit auf Rang sechs, einen Platz schlechter und mit vergleichbarem Punktekonto wie vor einem Jahr.

Zu Beginn der Partie merkte man beiden Teams die Nervosität an. Sogar TVB-Coach Martin Schwarzwald gab schon vor dem Anpfiff zu: „Heute bin auch ich etwas nervös.“ Ob es nun die bevorstehenden Verabschiedungen von einigen Spielerinnen wie Lina Klinnert, Jenny Weste und die von Kapitänin Mandy Reinarz war, die sicherlich alles überstrahlte? Oder doch der Blick auf die Tabelle, in der man mit einer Niederlage noch bis auf den achten Platz durchgereicht worden wäre? Schwarzwald wollte oder konnte es nicht genau erklären.

Erst nach einem 7:9-Rückstand (19.) legten die Wuppertalerinnen den Schalter im Kopf um. Dabei gingen die Gastgeberinnen mit einer relativ einfachen Methode vor. Hinten harmonierte die Defensive sehr gut. Im Angriff sorgten Einzelaktionen schon fünf Minuten vor dem Pausentee für den Ausgleich (10:10). Anschließend konnten die Gastgeberinnen mit einem kleinen Vorsprung in die Kabine gehen.

Nach der Pause steigerte sich der Tabellensechste auch spielerisch. Dabei überzeugte vor allem Ramona Ruthenbeck, die andeutete, dass sie die Rolle der neuen Regisseurin gut füllen kann. Bei ihren zehn Treffern legte die Mittelfrau ihre Ladehemmungen der vergangenen Wochen ab und warf sich unter die Top-Ten der besten Torschützen. Auch die junge Luisa Knippert sorgte mit ihrer aggressiven Deckungsweise und ihrer unbändigen Durchsetzungskraft im Angriff für Raunen bei den Zuschauern. Unter denen befand sich auch der Erstliga-Aufstiegstrainer Dieter Trippen. Pia Adams gab sich selbst im Angriff keine gute Note, übersah aber ihre grandiose Leistung in der Deckung. Überhaupt spielte sich das Team gegen die allerdings nachlassenden Mainzerinnen in einen Rausch, so dass der von Edelfan und Hallensprecher Frank Eckhoff verliehene „Stern des Abends“ zurecht stellvertretend an den Coach des TVB ging.

Den Stern der Saison bekam übrigens Dana Centini, die auch im letzten Saisonspiel zeigte, dass die private Jury zu Recht auf sie zeigte. Der Schlusspunkt der Partie war dann der Kapitänin Mandy Reinarz gegönnt. Bei dem - mit dem Abpfiff gegebenen - letzten Siebenmeter ging die TVB-Ikone auf die Einladung ihrer Mitspielerinnen hin und unter dem Anfeuern der Fans zum Punkt und setzte bei ihrer vorerst letzten Aktion in der zweiten Liga den Ball an den Pfosten. Danach folgte die emotionsgeladene und tränenreiche Abschiedszeremonie der langjährigen Kapitänin.

Nach dem furiosen Abschluss einer ordentlichen Saison tanzten die TVB-Handballerinnen im Kreis. Foto:A. Schwartz

(Foto: Westdeutsche Zeitung/A.Schwartz)

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