TV Beyeröhde scheitert beim Tabellenführer

Nach dem Abpfiff war man sich beim TV Beyeröhde einig: Es war mit 24:30 (11:15) eine verdiente Niederlage beim Tabellenführer HSG Bensheim/Auerbach. Zumal vor einer Kulisse von 800 Zuschauern und gegen einen Gegner, der in internationaler Besetzung den Aufstieg in die Bundesliga vor Augen hat und dem mit dem Sieg gegen den bisherigen Tabellenzweiten ein weiteres großes Stück näher gekommen ist.

Nur einmal, beim 3:3, war der Spielstand ausgeglichen, ansonsten führten die klaren Favoriten stets mehr (29:22) oder weniger (9:8) deutlich gegen ein Beyeröhder Team, das nie bloß den Trainingspartner abgab, sondern in vielen Phasen sehr gut mithielt. Vor allem im Angriff wurden prächtige Chancen herausgespielt und vornehmlich von Laura Sosnierz auf Rechtsaußen auch effektiv genutzt. Sie war mit sechs Treffern die erfolgreichste Werferin, gefolgt von Ramona Ruthenbeck (5), die meist in der Rückraummitte agierte und wie immer zu gefallen wusste.
Erstaunlicherweise war diesmal Kapitän Mandy Münch nicht unter den Torschützinnen. „"Sie hat heute mehr die Bälle verteilt und ihre Nebenspielerinnen in gute Wurfpositionen gebracht“", erklärte Trainerin Sabine Nückel die „Tor-Abstinenz“ der bisher besten Beyeröhder Werferin. Wobei allerdings auch angemerkt werden muss, dass die Deckung des Spitzenreiters, was Aufmerksamkeit und Entschlossenheit angeht, den Gästen deutlich überlegen war. "„Trotzdem hätte die Niederlage auch etwas knapper ausfallen können"“, merkte Sabine Nückel kritisch an, und hatte dabei auch das „Missverhältnis“ in Sachen Siebenmeter im Auge. Das war nämlich mit 8:1 überdeutlich zugunsten des Aufstiegs-Aspiranten ausgefallen. „"Das sieht doch aus, als hätten wir nur gekloppt und Bensheim körperlos gespielt"“, so die Trainerin.
Von den acht Strafwürfen wurden übrigen nur sechs verwandelt, weil einer verworfen und einer von der guten Jennifer Weste pariert wurde, die ebenso wie ihre Torhüter-Partnerin Dana Centini eine starke Leistung geboten hatte. „Eine Niederlage, aber kein Beinbruch“, war die allgemeine Meinung auf der Rückfahrt, und als die Nachricht vom zeitgleichen 23:22 Sieg der Zweitvertretung in Wülfrath und der damit verbundene Aufstieg in die Oberliga bekannt wurde, da gab es auf der Rückfahrt sogar noch etwas zu feiern.

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)