Als Hallensprecher Frank Eckhoff am Samstag nach dem enttäuschenden 25:25 der Zweitliga-Handballerinnen des TV Beyeröhde gegen die Spreefüxxe Berlin den Preis für die TVB-Spielerin der Partie auswählte, musste der Edelfan nicht lange überlegen.

Mit Michaela Yanouskova schillerte der „Stern des Abends“ nach der sonst trüb wirkenden Vorstellung der Beyeröhder Handballgirls heraus. Mit sechs Treffern bestätigte die 24-Jährige, die schon eine Woche vorher dem Spitzenreiter Waiblingen acht Treffer eingeschenkt hatte, ihre ansteigende Leistungskurve. Damit zahlt die vor der Saison aus Leverkusen gekommene Linkshänderin das Vertrauen, dass ihr Trainer Martin Schwarzwald trotz ihrer anfangs zurückhaltenden Spielweise entgegengebracht hat, zurück. „Sie blüht gerade richtig auf und bekommt immer mehr Selbstvertrauen“, stellt Schwarzwald der Tschechin, die mit Baník Most 2013, 2014 und 2015 die nationale Meisterschaft, sowie 2013 den EHF Challenge-Cup gewonnen hat, ein gutes Zeugnis aus. Tatsächlich scheint die sensible Janouskova ihre Scheu langsam abzulegen. Auch außerhalb des Handballfeldes wirkt sie immer kommunikativer. „Das hatte nur den Hintergrund, dass ich sehr wenig verstanden habe“, klärt die 1,73 Meter große Rechtsaußen auf, dass ihre anfangs kühl wirkende Art leicht zu erklären sei. „Das wirkte auch in der Mannschaft komisch, weil ich manchmal auch die witzigen Sprüche nicht verstanden habe.“ Mittlerweile kann die über Pilsen, Pisek, Banik Most und Leverkusen nach Wuppertal gekommene Janouskova sehr gut deutsch sprechen.

Dass die 15-fache Nationalspielerin überhaupt zum Handball kam, ist eher ihrem damaligen Volleyballtrainer geschuldet. „Als ich zwölf Jahre alt war, sagte er mir, dass ich für Volleyball zu schlecht bin“, erinnert sich „Micha“ lachend. Zu dem Wechsel in die Bundesliga riet ihr neben ihrem damaligen Manager auch ihr Freund, der zu Beginn mit nach Deutschland kam. Den Weg nach Wuppertal fand sie allerdings mit freundlicher Unterstützung des viel zu früh gestorbenen Burkhard Wegmann ganz alleine. „In Leverkusen habe ich nicht gespielt, habe überlegt, ein Angebot von einem anderen Erstligisten anzunehmen. Aber Burkhard hat mir empfohlen, zum TVB zu wechseln, weil ich hier mit Spaß spielen könne“, erklärt die Single, die sich in der Zwischenzeit sowohl von ihrem Manager als auch von ihrem Freund getrennt hat. Ihr Tippgeber Wegmann sollte Recht behalten. Janouskova hat in Wuppertal sowohl ihre Einsatzzeiten als auch ihren Spaß. Auch das Ziel erste Bundesliga hat die Wirtschaftsökonomie-Studentin nicht aus den Augen verloren.