Der Süden Deutschlands ist für die Handballerinnen des TV Beyeröhde in der 2. Bundesliga immer eine Reise wert. Durch einen 25:24 (10:13)-Erfolg bei der SG Herrenberg kletterte die Mannschaft von Trainer Martin Schwarzwald auf Platz sechs, hat noch zwei Spiele weniger ausgetragen als die meisten anderen Teams.

Allerdings bedurfte das eines Kraftakts der besonderen Art, gelang den Wuppertalerinnen ihre erste Führung doch erst beim 24:23 durch Melina Fabischs Winkel-Hammer vier Minuten vor dem Ende. Schwarzwald hatte seinen nigerianischen Kollegen Ogujuba Nwagbara mit einer 6:0-Deckung überrascht. Dennoch startete der TVB mit einem 1:4-Rückstand (8.) und ließ die Herrenbergerinnen nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 8:8 wieder bis auf 8:13 (26.) davonziehen.

„Trotzdem konnten wir mit einem positiven Momentum in die Pause gehen, da die Fehler, die wir machten, klar zu definieren waren“, kommentierte Schwarzwald den 10:13-Pausenrückstand. Lange schafften es die Langerfelderinnen zwar nicht, die drei Treffer auszugleichen, blieben aber dran und ließen den Gegner sich an seiner defensiven Deckung aufreiben. Vorne bestätigte Michaela Janouskova mit sieben Treffern ihre bestechende Form. „Wobei das auch zeigt, dass unser Rückraum es schafft, unseren Außen vertraut und sie gut ins Spiel bringt“, hob Schwarzwald hervor. Dazu sorgte Pia Adams in wichtigen Phasen mit zwei einfachen Winkeltreffern aus der zweiten Reihe mit dafür, dass Herrenberg sich auf nichts einstellen konnte. Gegen Ende der Partie wechselte der TVB wieder auf die gewohnte 3:2:1-Deckung und konnte mit Sophia Michaelidis an der Spitze die nervlich zermürbte SGH vom eigenen Tor fernhalten. Den endgültigen K.O. setzte den Gästen das 7-Meter-Duell zwischen Herrenbergs Top-Schützin Sulamith Klein (9 Tore) und TVB-Torhüterin Dana Centini. Die Keeperin parierte beim Stande von 24:23 (58.) nicht nur Kleins Strafwurf, sie konnte auch ihren Heberversuch im Nachwurf wegkratzen.

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)