„Das habe ich hier in der „Busche“ ja noch nie so erlebt“, stellte Martin Schwarzwald am Samstag nach dem 28:25 (10:14)-Sieg seines TV Beyeröhde gegen Werder Bremen über die Begeisterung der TVB-Fans unter den 170 Zuschauern fest. Tatsächlich kochte die Stimmung in der Buschenburg. Mit Standing Ovations begleitete das Publikum seine Mannschaft in den letzten Minuten, denn vor allem die Entstehung des Sieges riss die Fans von den Sitzen.

Nach einem katastrophalen Start lagen die Wuppertalerinnen zunächst mit 2:12 (18.) hinten, bevor sie sich langsam wieder in die Partie kämpften und die Wende einleiteten. Obwohl der Übungsleiter sein Team auf die starken Rückraumwerferinnen Merle Heidegott und Isabelle Dölle ausgiebig eingestellt hatte, waren diese schon zu diesem frühen Zeitpunkt mit zusammen acht Treffern kaum aufzuhalten. Schwarzwald probierte Einiges aus, wechselte von der 3:2:1-Deckung auf eine 6:0 mit offensiven Halben, die aber noch nicht ganz die gewünschte Wirkung zeigte. Erst mit einer „verkappten“ 5:1-Formation, in der die Spitze variabel an die beiden Hauptwerferinnen ’rausging und Jennifer Weste, die für die glücklose Dana Centini ins Tor gekommen war, ging die Partie langsam in die richtige Richtung. „Wir wussten, solange wir mit minus fünf Toren in die Pause gehen, haben wir eine Chance, das Ding zu drehen“, verriet der Langerfelder Chefcoach die Rechnung, die er seinen Damen in Auszeiten einbläute.

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Erstmals in seiner Trainerkarriere nahm Schwarz zwei davon innerhalb von 15 Minuten, wie er später verriet. Seine Rechnung ging auf. Der 10:14-Rückstand zur Pause war sogar geringer als erhofft. Dementsprechend motiviert und selbstbewusst gingen die Gastgeberinnen in den zweiten Durchgang. Auch auf Bremens Versuche mit der siebten Feldspielerin war der TVB vorbereitet. Sogar „Jenny“ Weste konnte sich beim 22:22 (51.) mit einem Weitwurf in die Torschützenliste eintragen. Sie brach damit endgültig die Bremer Gegenwehr und pushte ihr Team zum Sieg. „Ich kann heute wirklich keinen hervorheben“, sagte Schwarzwald, der den Sieg mit einem Besuch im Luisenviertel genießen wollte.

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)