„Ich mag solche Ergebnisse nicht“, sagte Trainer Martin Schwarzwald nach der unglücklichen 32:33 (14:17)-Niederlage seines TV Beyeröhde beim FSG Mainz 05/Budenheim. Mit dem letzten Treffer von Rechtsaußen bekamen die Wuppertalerinnen drei Sekunden vor dem Ende das entscheidende Gegentor und kassierten im letzten Spiel der Hinrunde eine bittere Pleite. Wobei den Trainer mehr die Menge der Gegentreffer insgesamt als die letzte Szene der Partie wurmte.

„Wenn ich auswärts 32 Treffer erziele, muss ich das Ding normalerweise gewinnen. Da muss unsere Cleverness noch wachsen“, sagte Schwarzwald, der mit seinem Team wieder zu der alten Stabilität mit 23 bis 25 Gegentreffern finden will. Dass die Niederlage beim Zweitliga-Tabellennachbarn am Ende so unglücklich ausfiel, sah der Wuppertaler Coach da schon gelassener. „Natürlich ist es im ersten Moment schade, weil meine Mannschaft für ihre tolle Aufholjagd nicht belohnt wurde“, erklärte er und ergänzte: „Aber oft genug fällt die Entscheidung in den letzten Minuten auch anders, zu unseren Gunsten. Diesmal halt nicht.“

Dabei mag der A-Lizenzanwärter auch nicht von unverdienten Niederlagen, beziehungsweise Siegen sprechen. „Wenn ein Team in einer Drucksituation sich noch einen Sieg herausspielen kann, ist das auch verdient“, erklärt Schwarzwald seine Sichtweise.

Sophia Michailidis nimmt Maß. Sie spielte gut, konnte mit ihren vier Treffern aber die die knappe Niederlage auch nicht verhindern.

Sophia "Softy" Michailidis erzielte 4 Treffer (Foto: Lisa Rohde) 

Tatsächlich machten die Mainzerinnen in den entscheidenden Situationen die sogenannten „Big Points“. Zudem hatten die Hausherrinnen schnell herausgefunden, dass die Beyeröhder Handballgirls während der Abwehr-Angriff-Wechsel zwischen Lina Klinnert und Anna-Lena Tomlik hinten nicht die Zuordnung fanden. So geriet der TVB früh mit 5:10 (14.) und 8:13 (21.) in Rückstand. Dank ihrer Moral ließen sich die Wuppertalerinnen aber nicht unterkriegen und kämpften sich wieder heran. Dabei fehlten die einfachen Rückraumtore. Jeder Treffer musste hart erarbeitet werden. Dadurch, dass Melina Fabisch für die schnell mit zwei Zeitstrafen belastete Katharina Hufschmidt auf Außen musste, fehlte teilweise die Flexibilität und am Ende das Glück. Aufgrund der Tabellenkonstellation – alle Teams im Mittelfeld sind eng beieinander – ist Schwarzwald nach der Hinrunde mit dem fünften Platz zufrieden, hat sein Team doch lediglich gegen die Teams vor sich verloren. Allerdings sei in der einen oder anderen Partie mehr möglich gewesen. Doch auch das gehöre zur Entwicklung einer jungen Mannschaft.

                                                                       

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)