Sieben Sekunden vor Schluss entschieden die schwachen Schiedsrichter mit einem mehr als strittigen Siebenmeter das Westderby zugunsten des BV Borusia Dortmund. Aber trotz der 26:27 (7:15) Niederlage durften sich die Beyeröhderinnen vor erstmals ausverkauftem Haus in der Buschenburg wie Sieger fühlen.

Nicht nur wegen einer großartigen Leistung, sondern auch weil sie nunmehr vier Spieltage vor Schluss neun Punkte Abstand zum Vorletzten SV Allensbach haben und auch rechnerisch nicht mehr absteigen können. Über 300 Zuschauer, davon etliche begeistert mitgehende Dortmunder Fans, waren der Rahmen für ein hoch dramatisches Spiel, in dem sich beide Team vorerst auf Augenhöhe begegneten, die Beyeröhderinnen vor allem dank einer glänzend aufgelegten Mandy Münch bis zum 5:4 führten, ehe vornehmlich durch diverse Siebenmeter eine Torflut über den TVB hereinbrach, an dem auch die glänzend haltende Dana Centini wenig ausrichten konnte. Beyeröhde scheiterte indessen mehrfach an der holländischen National-Torhüterin Mandy Burrekers, an etlichen Fehlwürfen und einigen technischen Fehlern.
Dieser Negativ-Trend setzte sich noch einige Zeit im zweiten Durchgang fort, und die Tordifferenz betrug mehrfach „uneinholbare“ neun Treffer. Einige Umstellungen (zum Beispiel Außen Leonie Heinrichs an den Kreis) und geschickte Einwechselungen durch Trainerin Meike Neitsch sorgten für einen Ruck, der durch das gesamte TVB-Team ging. Und was vorher über oder hinter dem Tor bei Mandy Burrekers landete, flog nun ins Netz. Gelungene Kombinationen und raffinierte Würfe von Michelle Stefes, „Hämmer“ von Marieke Köhler, Mandy Münch und Johanna Heldmann sorgten dafür, dass die Tordifferenz dahin schmolz. Und als Marieke Köhler und Michelle Stefes zum 25:25 und 26:26 ausglichen, tobte die Halle, wo die Beyeröhderinnen beste Werbung für hoch spannenden Handball machten. Daran änderte auch das 27:26 Dagmara Kowalska in den Schlusssekunden nichts.
„Wenn ich jetzt etwas sage, werde ich beleidigend“, knurrte BVB-Trainerin Ildiko Barna in Richtung Schiedsrichter, und auch Meike Neitsch war ärgerlich, lobte aber ihr Team: „Meine Mannschaft hat gegen den Favoriten großartig gekämpft und hätte einen Punkt verdient gehabt.“

 

Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)

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