Möge er am Ende noch so glücklich gewesen sein. Mit dem 31:30 (17:15)-Sieg gegen den TSV Nord Harrislee feierten die Handballerinnen des TVB Wuppertal endlich den ersten Sieg des Jahres in der 2.Bundesliga. Es war gleichzeitig der erste Heimsieg seit dem vierten Spieltag gegen den Nachbarn HSV Solingen Gräfrath und der erste überhaupt unter der Interimstrainerin Sabine Nückel.

Ihr Spannmann Rainer Adams, der sich zur Verfügung gestellt hatte, hatte wohl noch vor dem Spiel bereits seinen Rücktritt erklärt.

Durch die erkämpften Punkte konnten die Wuppertaler Handballgirls, bei denen aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung vor allem Ramona Ruthenbeck und - zumindest im Angriff – Melina Fabisch herausragten, den Abstiegskonkurrenten Werder Bremen auf Abstand halten. Die Bremer gewannen relativ überraschend mit 31:29 gegen den HC Leipzig. Die Wuppertalerinnen fanden gut in die Partie. Die 6:0-Deckung der Gäste kam den im 1:1-Spiel starken Spielerinnen wie „Rambo“ Ruthenbeck entgegen. Immer wieder war die Rückraumspielerin, sobald sie den Zweikampf suchte, erfolgreich. Mit einer Manndeckung gegen die nach ihrem Kreuzbandriss immer mehr zur alten Stärke findenden Ruthenbeck zog Harrislees Trainer Shorty Linde im zweiten Durchgang die logische Konsequenz. Dadurch entwickelte sich vor den rund 150 Zuschauern, unter denen sich mit dem Ex-Trainer Dieter Trippen ein aufmerksamer Beobachter aufhielt, ein Duell mit offenem Visier. Melina Fabisch übernahm Verantwortung und tankte sich immer wieder durch. Allerdings fand die Linkshänderin zu ihrer Gegenspielerin Merle Carstensen keine Bindung und ließ sie immer wieder frei agieren. Das hatte sie in den ersten 30 Minuten besser im Griff.

Obwohl der TVB die Partie bis dahin kontrollierte und sieben Minuten vor dem Ende mit 31:25 führte, trauten einige unter den TVB-Fans dem Braten noch nicht. Harrislee wurde offensiver und die Langerfelderinnen immer nervöser. So entwickelte sich die Partie immer mehr zu einem Krimi. Der Vorsprung schmolz immer weiter, und die Partie drohte zu kippen. Nückel nahm eine Minute vor dem Ende noch die Auszeit, um auf ihr Team einzuwirken. Doch die Gäste erkämpften sich den Ball. Dana Centini, die vorher oft nicht zu überzeugen wusste, lenkte den letzten Wurf der Gäste an den Pfosten, was am Ende den insgesamt verdienten, aufgrund der letzten Minuten aber glücklichen Sieg bedeutete.

„Sicher haben wir das Ding am Ende glücklich über die Zeit gerettet. Aber die Mädels waren jetzt endlich mal dran, das Glück auf ihrer Seite zu haben“, sagte Sabine Nückel, die sich wie lange verabredet aus privaten Gründen für 14 Tag zurückzieht. Wer die Mannschaft in den kommenden Partien betreuen wird, werden die Verantwortlichen um Norbert Koch in den nächsten Tagen klären. Vielleicht war es ja doch kein Zufall, dass Dieter Trippen auf der Tribüne saß und die Partie aufmerksam beobachtete.

Erdinc Özcan-Schulz (Westdeutsche Zeitung)

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  Beste TVB-Spielerin gegen Nord-Harrislee: Ramona Ruthenbeck (Foto Carsten Schönberger)

 

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