„Time to say good bye“ beim TV Beyeröhde – Heimabschied mit zu wenigen Tor-Jingles

Normalerweise quittieren Frank Eckhoff und Jörg Mertens jedes Tor, das eine Handballerin des TV Beyeröhde erzielt, mit einem individuellen Jingle. Die letzte Melodie spielten sie am Samstagabend in der Buschenburg beim letzten Saisonheimspiel des TVB aber in eigener Sache auf: „Time to say good bye“. 20 Jahre lang hat „Eckie“ den Job als Hallensprecher bei Spielen der ersten Damen verrichtet, „Jogi“ seit acht Jahren den DJ gemacht. Am Samstag verabschiedeten sie sich nach der Partie gegen den Tabellenzweiten Adler Könighof, weil es zeitlich einfach nicht mehr passe und Zeit sei, aufzuhören.

Der Dank der Mannschaft, von TVB-Chef Norbert Koch sowie Sponsorin Simone Arlt war ihnen sicher. Schließlich sind die beiden über Jahre zu einem Markenzeichen bei Heimspielen geworden, haben den Job ebenso fantasievoll wie unentgeltlich gemacht. Mit den Tor-Jingles, die „Eckie“ genauso eingeführt hat wie die Auszeichnung des Sterns des Abends für die beste TVB-Spielerin der Partie (diesmal Torhüterin Valeriija Morozova) und den Stern der Saison (der ging an Julia Kerber), hatten sie beim 19:30 (9:14), diesmal nicht ganz so viel zu tun. Es hätten allerdings deutlich mehr werden können, legt man allein sieben verworfene Siebenmeter des TVB bei zwölf Versuchen von vier unterschiedlichen Schützinnen und etliche weitere freie Bälle zugrunde, die Königshofs freilich bärenstarke Torfrau Marie Schall entschärfte. „Das Ding muss rein“ legten Eckie und Jörg vor so manchem Strafwurf passenderweise auf. Und so geriet der TVB nach gutem Beginn mit dem 1:0 durch Jana Brandt (Torhymne: „Es ist geil, ein wilder Kerl zu sein) und dem 2:0 durch Shayen Tomaszewka (zu Sharikas „Waka, Waka“) schnell ins Hintertreffen.

Julia Kerber wurde zum "Stern der Saison" gekürt (Foto: OMK Media - Oliver M.Klamke)

„Die Niederlage war verdient, aber keinesfalls in der Höhe“, befand TVB-Trainer Peter Stefes nachher. Doch Adler Königshof war eben deutlich treffsicherer, körperlich überlegen und hatte, wie fast alle Gegner, die tiefere Bank wie die Wuppertalerinnen. Dabei waren acht einsetzbare Feldspielerinnen für Peter Stefes an diesem Tag fast schon Luxus, so dünn ist die Personaldecke in dieser Saison. Sieben mal erklang die Torhymne an diesem Abend für Jana Brandt, fünf Mal das „Berlin City Girl“ für die gebürtige Berlinerin Julia Kerber, womit beide, die in der Ligatorschützenliste mit 141 und 122 Treffern die Plätze eins und drei belegen, knapp unter ihrem Schnitt blieben.
Dass die gerade 18 Jahre alt gewordene Brandt den TVB nach der Saison Richtung Drittligist Recklinghausen verlässt, ist bekannt. Wer dem TVB in der neuen Saison erhalten bleibt, dahinter stehen laut Norbert Koch noch viele Fragezeichen. Ob etwa Julia Kerber bleibt, dürfte auch davon abhängen, ob der TVB die Klasse hält und es Koch schafft, eine schlagkräftige Truppe zusammenzuholen. „Wieder mit so wenigen Spielerinnen durchziehen zu müssen, dazu bin ich zu alt“, meinte die erst 26-Jährige nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern.

(Günter Hiege - Westdeutsche Zeitung)

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