TVB verliert Schlüsselspiel beim Schlusslicht

Bittere Niederlage im Abstiegskampf für Handball-Regionalligist TVB Wuppertal. Da waren zwei Punkt beim Schlusslicht Kempen eigentlich fest eingeplant. Doch stattdessen kassierte die Mannschaft um die scheidende Top-Torschützin Jana Brandt und Kapitänin Julia Kerber eine 30:33-Schlappe, lag nach ausgeglichener Anfangsphase ständig zurück, in der zweiten Hälfte zwischenzeitlich sogar mit sechs Toren. Trainer Peter Stefes, der verhindert war, wurde vom Coach der Zweiten, Lars Faßbender, vertreten.

„Mit 30 Toren muss man auswärts eigentlich gewinnen“, sagte ein tief enttäuschter TVB-Chef Norbert Koch. Die Niederlage habe man sich selbst zuzuschreiben, meinte er und wollte auch nicht als Entschuldigung gelten lassen, dass bei Kempen zwei starke Spielerinnen mitspielten, die beim vom TVB hoch gewonnenen Hinspiel nicht dabei gewesen waren, und dass man am Ende nach einer Aufholjagd auf 30:31 zwei unglückliche Siebenmeter gegen sich erhalten habe. In einer der guten Phasen, die es durchaus auch gegeben habe, habe man dort selbst zwei Gegenstöße vergeben. Das reihte sich ins Bild zu vieler leichter Fehler ein, mit denen sich die Gäste gute Aktionen immer wieder zunichte machten. Hinzu kam, dass die beiden Torhüterinnen Valeriia Morozova und Liza Salimova von der Abwehr zu wenig Unterstützung erhielten und dann auch nicht ihren besten Tag hatten. Bei Kempen führte Melina Witzke, Schwester von Nationalspieler Luca Witzke, die im Hinspiel nicht dabei gewesen war, klug Regie, war inklusive vier verwandelter Siebenmeter mit acht Treffern auch beste Kempener Schützin.

Am Abstieg wird der Sieg für den abgeschlagenen Tabellenletzten nichts ändern. Für den TVB wird es dagegen nun schwer, in den letzten beiden Auswärtsspielen (11. April in Lank, 18. April in Biefang), den drittletzten Tabellenplatz noch zu verlassen. Der dürfte ein Abstiegsplatz sein, wobei noch nicht klar ist, wie viele Teams es am Ende erwischen wird - maximal vier, minimal zwei. Das hängt noch von vielen Faktoren ab. Etwa davon, ob der designierte Meister Königsdorf sich in der Quali zur Dritten Liga durchsetzt, davon, ob Aldekerk aus der dritten Liga absteigt und damit Aldekerk II automatisch die Regionalliga verlassen müsste, und davon, ob die führenden Oberligisten ihre drei Aufstiegsplätze auch in Anspruch nehmen. Für den TVB bedeutet das einen Monat vor Saisonende noch viel Ungewissheit, wie es weitergeht, denn im Falle des Abstiegs würde die Mannschaft komplett auseinanderfallen.

Günter Hiege - Westdeutsche Zeitung

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