TVB Wuppertal schnuppert gegen Bonn lange an einem Punktgewinn

„Wir werden ein anderes Gesicht zeigen, als im Hinspiel“, hatte Trainer Peter Stefes vor dem Duell mit dem TSV Bonn rrh. versprochen, und seine Mannschaft hielt am Samstagabend Wort. Am Ende fehlte den Handballerinnen des TVB Wuppertal beim 28:30 (13:14) gegen die starken Gäste, die durch den Sieg auf Platz vier kletterten, lediglich das Erfolgserlebnis. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, meinte Stefes nach 60 temporeichen Regionalliga-Minuten.

Der wäre in der heimischen Buschburg in einer von vorne bis hinten engen Partie auch möglich gewesen, doch mit gleich vier technischen Fehlern zwischen der 54. und 56. Minute machte sich sein Team selbst ein mögliches Erfolgserlebnis zunichte. Kurz zuvor hatte Rechtsaußen Inga Hombrecher mit einem schönen Heber noch zum 25:25 ausgeglichen, nachdem ihr Team in Halbzeit zwei ganz lange einem Rückstand hinterhergelaufen war, der zwischenzeitliche drei Tore betrug. Doch mit nie erlahmendem Willen kämpfte sich die Mannschaft immer wieder heran und konnte dann eine Überzahlsituation ausnutzen, um gleichzuziehen. Vielleicht war danach aber auch der Tank leer, denn fast alle Feldspielerinnen mussten beim TVB so gut wie die volle Spielzeit absolvieren. Mit Kim Bassalay im Rückraum und Anastasia Karsch auf Außen gaben zwar zwei Winterzugänge ihre Premiere und sorgten zumindest für ein paar Minuten für Entlastung, doch damit hat sich die chronisch enge Personalsituation beim TVB nicht entscheidend gebessert. Schließlich fällt Sidney Gößl, die sich in der vergangenen Woche am lädierten Kreuzband operieren ließ, langfristig aus und haben sich Katharina Demmig und Lea Fröhlich wegen der hohen Belastung im Studium zurückgezogen.

Jenny Taddey-Jörgens hatte nur selten so viel Raum wie in dieser Situation (Foto: OMK Media - Oliver M. Klamke)

Ein großer Gewinn ist natürlich Jennifer Jörgens-Taddey, die sich nach Babypause hat reaktivieren lassen und am Samstag ihr zweites Spiel bestritt. Sie traute sich sichtlich noch mehr zu als bei ihrem guten Einstand vor einer Woche, erzielte auch sieben Treffer, wollte aber ein bisschen zu häufig mit dem Kopf durch die Wand, die in diesem Fall in einer körperlich starken und sehr beweglichen Bonner Deckung bestand. Diese ließ auch Jana Brandt nicht wie üblich zum Zuge kommen, hatte zudem eine sehr starke Torfrau dahinter, die auch einige freie Abschlüsse entschärfte. Das galt allerdings auch für Beyeröhdes Yelizaveta Salimova, die ihr Team mit einem guten Dutzend Paraden im Spiel hielt, und Valeria Morozova, die bei 24:25 einen Tempogegenstoß entschärfte und ihrem Team den nochmaligen Ausgleich ermöglichte.

Beste TVB-Schützin war Regisseurin Julia Kerber, die alle ihre sechs Siebenmeter verwandelte, leider bei ihren gewohnt dynamischen Durchbrüchen aber auch zwei, drei Freie vergab. Vorwürfe wollte Peter Stefes aber keiner seiner Spielerinnen ob vergebener Chancen oder technischer Fehler machen. „Sie arbeiten von der ersten bis zur letzten Minuten, machen auch im Training alles mit. Es macht unglaublich Spaß mit den Mädels“, so Stefes. Gleichzeitig versprach er: „Es wird noch besser.“ Das kann seine Mannschaft, die auswärts noch ohne Punkt ist, nächste Woche beim Tabellendritten HC Gelpe/Strombach beweisen. Der ist mit zwei überraschenden Niederlagen ins Jahr 2026 gestartet und hatte das Hinspiel in Wuppertal nur denkbar knapp mit 30:29 gewonnen.

(Günter Hiege - Westdeutsche Zeitung)

Weiter
Weiter

TVB mit neuen Kräften gegen Bonn